· 

Stresst du dich noch oder atmest du schon?

Wusstest Du, dass Du jeden Tag rund 20.000 mal ein- und ausatmest und pro Atemzug durchschnittlich bis 600 ml Luft bewegst? Bei etwa 12-18-mal ein- und ausatmen pro Minute macht das immerhin ein Atemminutenvolumen von rund acht Litern!

 

Unser Atem ist existenziell. Und dennoch sind wir im Alltag selten wirklich mit ihm in Kontakt. Gerade in Stresszeiten ist es jedoch wichtig, unserem Atem mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Denn was viele nicht wissen: Unser Atem wird nicht von Sauerstoff, sondern von Kohlendioxid (CO2) im Blut gesteuert.

 

Wenn wir unter Einfluss von Stress automatisch schneller atmen, sinkt der Kohlendioxid-Gehalt im Blut und das hat weitreichende Folgen - sofern der Stress länger anhält. So werden beispielsweise unsere Gefäße und das Gehirn weniger durchblutet, der Hirndruck steigt und klares Denken fällt schwer. Auch der pH-Wert unseres Blutes verändert sich, was sich auf die Verfügbarkeit von freiem Calcium im Blut auswirkt und Muskelzucken, Krämpfe oder auch eine Übererregbarkeit nach sich ziehen kann. Weitere Folgen und interessanten Fakten schildert der Facharzt Dr. Weiß in diesem kurzen Videobeitrag:

 

Durch Atemübungen "entstressen" 

 

Eine hilfreiche Atemübung wurde bereits im obigen Video vorgestellt: Die bewusste Bauchatmung -

auch Zwerchfellatmung genannt. Mitunter ist auch von der "Vollatmung" die Rede, da der ganze Brust- und Bauchbereich an der Atmung beteiligt ist und das gesamte Lungenvolumen genutzt wird. Beim Einatmen wird das Zwerchfell in den Bauchraum geschoben, der sich daraufhin nach außen wölbt. Auf diese Weise nimmt der Körper am meisten Sauerstoff auf. 

 

Die dazugehörige Übung ist einfach und leicht in den Alltag integrierbar. Lenke dazu einfach die Aufmerksamkeit auf deine Bauchdecke und lege gerne eine oder beide Hände darauf ab. Achte nun einfach für ca. eine Minute darauf, wie sich deine Bauchdecke beim Ein- und Ausatmen leicht hebt und wieder senkt. Durch diese Aufmerksamkeitssteuerung vertieft sich der Atem in der Regel automatisch und wir gelangen mit der Zeit von der flachen, schnellen Atmung im Brust- und Schulterbereich hin zur vertieften Atmung im Bauchraum. 

 

Falls du die Übung gerne mit Anleitung durchführen möchtest, findest du hier eine, die aus der Achtsamkeits-App von Steffen Grell und mir stammt:

 

Atmend mit uns selbst in Kontakt kommen

 

Unser Atem kann uns auch dabei unterstützten, uns zu fokussieren. Und er gibt auch Aufschluss über unsere Stimmung: Sind wir wütend oder angespannt, atmen wir eher kurz und flach. In aufregenden Situationen verschnellert sich die Atmung und in Angst- oder Gefahrsituationen „stockt“ der Atem sprichwörtlich – er ist dann kaum noch wahrnehmbar. Langsam und voll atmen wir vor allem dann, wenn wir glücklich und entspannt sind.

 

Vielleicht hast du Lust, die momentane "Qualität" Deines Atems unter die Lupe zu nehmen. Versuche dabei so gut es geht, in eine Beobachterrolle zu schlüpfen. Es geht nicht darum, ob Du "richtig" oder "falsch" atmest, sondern vielmehr dabei zu beobachten, ob Dein Atem z.B. eher langsam oder schnell, kurz oder lang, tief oder flach, hörbar oder leise ist. Einfach nur wahrnehmen was ist. Diese kurze Reflexion soll dich bei der Fokussierung unterstützen.

 

Falls du dir und Deinem Atem noch etwas mehr Raum und Zeit schenken möchtest, lade ich dich zu einer weiteren Achtsamkeitsübung ein. Hierbei beobachtest du zunächst die Atemqualität und experimentierst dann damit, deinen Atem ein wenig zu lenken. 

 

Und wenn du noch tiefer tauchen möchtest, lade ich dich herzlich zur kostenfreien "Breathwork-Session" mit dem Experten Clemens Kaiser am 22.02. von 19:30-20:15 Uhr ein. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Thomas (Montag, 05 Februar 2024 19:39)

    Danke, für diesen Impuls, Aline.